Buchtipps zum Thema Demenz

"Das herz wird nicht Dement"

Ein Ratgeber für Pflegende und Angehörige von Udo Baer und Gabi Schotte-Langeaus dem Beltz Verlag

 

Das Buch will Pflegenden und Angehörigen Hilfen aufzeigen, wie Menschen mit Demenz gewürdigt und in Würde begleitet werden können. Es richtet seinen Blick auf die Gefühle und das innere Erleben der Betroffenen.

Mit zahlreichen Beispielen werden praktische Anregungen für den Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen im Alltag gegeben.

Dieser Ratgeber ist leicht verständlich geschrieben und richtet seinen Blick einerseits auf die an Demenz erkrankten Menschen, um ein Verständnis dafür zu erlangen, was ein Mensch braucht, der an Demenz erkrankt ist.

Es richtet sich aber auch an Pflegende und Angehörigen und gibt Anregungen für deren eigene Unterstützung. Ein sehr empfehlenswertes Buch, insbesondere, wenn die Betreuung und Pflege der an Demenz erkrankten Menschen nur noch von Schwere und Verzweiflung überschattet wird. Es macht Mut, um neue Wege miteinander auszuprobieren und darüber neue freudvolle Erfahrungen zu machen.

 

Michaela Welzel, Selbsthilfe-Kontaktstelle Helmstedt

 

„Mutter, wann Stirbst Du endlich?“

Die Autorin Martina Rosenberg berichtet über ihren Alltag mit Mann, Kind und den ihren dementen Eltern.

Hier ein Interview mit der Schriftstellerin über ihr Buch https://www.youtube.com/watch?v=hXDsqXxeVco

 

„Unter Tränen gelacht“

Bettina Tietjen, die bekannte Fernsehmoderatorin beschreibt in diesem Buch das Leben ihres Vaters mit der Krankheit Demenz.

 

Hier finden Sie ein Interview mit der Autorin https://www.youtube.com/watch?v=ZE75J7hn6-4 .

 

Frau Jana Pakur aus Helmstedt hat zu diesem Buch die folgende Rezension verfasst - Herzlichen Dank dafür!

 

„Demenz ist nicht nur zum Heulen“ (Quelle: Bucheinband)

Ein Buch mit sehr privaten Einblicken , wie sich der Vater in seiner Demenz verändert, aber auch von der Autorin Einblicke ins Innere. Ein Buch, dass die Höhen und Tiefen beschreibt, nicht nur des Erkrankten, sondern auch der Angehörigen.

Der Titel des Buches verrät es schon, dass man nicht nur das Negative an dieser Erkrankung sehen darf. In Deutschland leiden fast 1,6 Millionen Deutsche an Demenz. Pro Jahr erkranken in Deutschland 300.000 Menschen an Demenz (Quelle www.bmbf.de).

 

 „Eine Joggerin überholt uns. „Dicker Arsch“ ruft mein Vater laut und zeigt mit dem Finger auf die Frau“

Textpassage Seite 32/33

„Diese Hemmungslosigkeit! Es ist eine Begleiterscheinung der Demenz, an die ich mich nur Schwer gewöhnen kann. Es kommen Instinkte durch, die mein Vater jahrzehntelang so gut vor allem verborgen hat, das wir manchmal glaubten, so etwas wie Lust und Begehren sei bei ihm genetisch nicht angelegt.“

 

Auch Selbstzweifel und das schlechte Gewissen, was immer wieder in einem hochkommt und das nicht Alleine klarkommen in einer solchen Situation.

Textpassage Seite 119

„... In solchen Momenten bohrt sich wieder das schlechte Gewissen ins Bewusstsein. Warum haben wir es nicht geschafft, ihn in der Mitte unserer Familie aufzufangen?.... Aber das Problem, das der Familienverbund durch die räumliche Trennung nicht so funktioniert wie früher, haben heutzutage viele Menschen. Allein schon damit die pflegerische Kraftanstrengung und die Verantwortung nicht nur auf einen Angehörigen lasten, wird unsere Gesellschaft über neue Formen des Zusammenlebens nachdenken müssen. Die Familie allein kann das nicht mehr schaffen, zumal es sie im klassischen Sinne ja immer weniger gibt.“...

 

In diesem Buch werden auch die langsame Zunahme der Defizite durch die Autorin bewusst gemacht. Was gestern noch war ist heute weg ...

Textpassage Seite 115/116

„ ...Wie aus heiterem Himmel reckte und streckte er sich plötzlich und stöhnte „ ich glaub, ich mach Schluss“, ...“Ich höre auf zu arbeiten!“, Kurz darauf fingen seine täglichen Fahrten in sein ehemaliges Büro an. Offenbar wollte er sich immer wieder aufs Neue davon überzeugen, das er dort nicht mehr gebraucht wurde....“

 

Die Autorin schildert sehr detailliert den Einzug ins Pflegeheim, der Umgang auf dem Wohnbereich mit den Dementen. Es werden auch Missstände angesprochen. Personalmangel dadurch bedingt das dies auch im Alltag bei der Pflege nicht spurlos vorüber geht. Aber auch die Hochachtung vor dem Personal die täglich ihr Bestes tun.

Textpassage Seite 40/41

„ ...“ Tja Frau Tietjen“, lächelt sie, als sie meinen entsetzen Blick sieht. „das ist unser Alltag“ ,... „Das ist nun mal der Demenzbereich, da muss man vieles einfach so hinnehmen.“...“Respekt“... „ich finde es bewundernswert ,wie Sie die Ruhe bewahren. Und trotz dieser Zwischenfälle immer in einem herzlichen Ton mit den Menschen sprechen“...

 

Ein Buch das einlädt, alle Beteiligten zu sehen, der Demente, der Angehörige und in diesem Fall das Pflegeheim mit ihren Pflegern und Pflegerinnen.

 

Bettina Tietjen ist überzeugt „Demenz macht oft traurig und verzweifelt , aber sie kann auch Denkanstoß und Kraftquelle sein,“ (Quelle: Bucheinband)

 

"Mein Leben mit Martha"

Die Buchhandlung Graff aus Braunschweig stellt den Roman von Martina Bergmann: Mein Leben mit Martha aus dem Eisele Verlag mit dem folgendem Text vor (Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Buchhandlung Graff für die Erlaubnis diesen Beitrag zu übernehmen!):

"Für Heinrich ist sie in einer poetischen Verfassung, wenn Lebensgefährtin Martha die Rosenschere in den Kühlschrank legt. Doch jetzt ist Heinrich tot und Martha schlichtweg dement. Wer kümmert sich nun um die alte Dame? Buchhändlerin Martina, die das Paar schon länger kennt, organisiert ihren Alltag als Berufstätige mit besonderer Oma und erlebt wunderbare Momente...

So berührend, so schön, mit viel Witz und feinem Humor. Und überhaupt nicht traurig."